Straftäter: Ohne Internet ins Bett

Nachdem Sarkozy in Frankreich bereits einmal ein Internetverbot für Urheberrechtsverletzer realisiert hat (das aber vom obersten Gericht wieder kassiert wurde) und die Musikmafiaindustrie in Deutschland das gleiche fordert, hat es diese Idee tatsächlich in den Entwurf des Wahlprogramms der CDU geschafft.

Mal ganz abgesehen davon, dass das nach „heute abend gehst Du ohne Fernsehen ins Bett“ klingt und bei einem „richtigen“ Kriminellen eher zu Lachkrämpfen führen dürfte , muss man vor allem über die Umsetzbarkeit nachdenken. Zunächst scheint so ein Internetverbot nicht realisierbar zu sein. Kennt man dann aber die Ideen der Jungen Union zur „Zugangskontrolle im Internet“, ergibt das alles auch wieder einen Sinn: Denn nur wenn ich mich (wie von den Nachwuchskonservativen vorgeschlagen) mit Personalausweisnummer bei YouTube und anderen interessanten jugendgefährdenden Seiten (Paintballforum? Gameblog?) anmelden muss, kann man mich dort auch aufgrund eines verhängten Internetverbots aussperren.

Ganz nebenbei weiss man dank der Registrierungspflicht auch noch, wer wo herumsurft.

Ach, blieben das alles doch nur paranoide Wahnvorstellungen. Weck mich mal jemand.

Oskar Piegsa stellt die berechtigte Frage, inwiefern das zu Angela Merkels Forderung passt, jeder in Deutschland müsse das Internet und e-Mail nutzen können.

Ergänzung am 26.06.: Die CDU hat die Forderung wieder aus dem Wahlprogramm gestrichen. Nerdcore bemerkt treffend „Die Three Strikes kommen dann sicherlich nach der Wahl“.

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Eingeordnet unter CDU/CSU, Internet, Verbote

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