„Verfassungswidrige Frisur“

Da man die Verbotskultur meist nur noch mit viel Humor ertragen kann, hier mal wieder  etwas zum lachen. In einer Hauptschule in Herne wurde im Mai 2009 ein Schüler vom Unterricht ausgeschlossen, weil er eine „verfassungswidrige Frisur“ trägt… nämlich einen Seitenscheitel.

Dass der Achtklässler sich der linken Szene zurechnet, die gescholtene Frisur ein auf Wunsch der Schule flachgekämmter Irokesenschnitt ist und das deutsche Grundgesetz nichts über Frisuren sagt, beeindruckt weder Schulleitung noch Schulamt.

Erst als Marvin Schuster in der Schule aufgefordert wurde, seinen Irokesen glatt zu kämmen und die Springerstiefel nicht mehr anzuziehen, änderte er seine Frisur und kam mit anderen Schuhen. Doch der platt nach links gekämmte Scheitel verärgerte die Schulleitung nur noch mehr. Eine „eindeutig rechtsradikale Symbolik”, die von Marvin Schuster „offen zur Schau getragen” werde und eine Beleidigung für die Mitschüler sei, reichte der Schulleitung offenbar als Begründung, den Jungen vom Unterricht auszuschließen. Der Linksscheitel sei ein Abbild einer „Person des Dritten Reiches”. „Es ist eine verbotene Symbolik. Sie widerspricht der Verfassung”, sagte die Rektorin Claudia Aldibas-Könneke der WAZ.

Das ist sie also, die Atmosphäre an deutschen Schulen nach den Tragödien von Erfurt & Co. Nach jedem sogenannten Amoklauf wird für Toleranz und gegen Ausgrenzung gepredigt. Nur die Schulleitung scheint den Schuss nicht gehört zu haben.

Quelle: Der Westen

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7 Kommentare

Eingeordnet unter Realsatire, Verbote

7 Antworten zu “„Verfassungswidrige Frisur“

  1. Nikita Bondarev

    „Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!“ – „Durch diese hohle Gasse muss der Rechtspopulist kommen“ – ironische Artikel zu diesem Thema –

    http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

    http://freidemzen.wordpress.com/

    Genau, wie wir alle dachten – zwar waren zwei Antwortmöglichkeiten erlaubt aber eigentlich doch nur eine gestattet – „Für den Minarettbau heißt: aufgeschlossen, aufgeklärt, intelligent; gegen ebendiesen heißt nun mal: intolerant, rechtsextrem, faschistisch! Da kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen! Macht das Kreuzchen, wo es hingehört und alle sind glücklich!“
    ansonsten wird diffamiert und kräftig mit der braunen Keule geschwungen – so funktioniert Demokratie – aber irgendwie stinkt Demokratie ja!
    Toll, dass auch noch alle wissen wieso genau die Schweizer sich so entschieden haben. Und zwar aus den falschen Gründen…
    Ich rufe auf die Wahlen dann einfach zu verbieten, so wird immer richtig entschieden!

    Nikita Bondarev

  2. Pingback: Verfassungswidrige Frisur – Der Schockwellenreiter

  3. Pingback: Verfassungsfeindliches Haar | schonleben mittendrin: subjektiv, subversiv!

  4. wer ist faschist, schüler mit „verfassungswidriger“ frisur oder direktorin im ungezügelten verbotswahn? http://twitter.com/tiefenrausch/status/6429045631

  5. mrw

    Das erinnert mich an eine Geschichte aus meiner Schulzeit:

    Mein Kollege und ich standen nach einer Party an der Strasse uns schwatzten. Da kam ein Mofa mit zwei Glatzköpfen, die «Deutschland, Deutschland über alles» grölten. Ich stelle mich mitten auf die Strasse uns hielt sie an, um sie zur Rede zu stellen.

    Und der Witz an der ganzen Sache: Es handelte sich um zwei linke Punks. Wir hatten uns mit denen noch eine weitere gute Stunde bestens unterhalten.

    Und die Moral von der Geschichte: Es ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.

  6. markus

    ihr müsst euch täuschen.
    das KANN nicht wahr sein!
    es kann noch nicht so weit sein!
    ich habe eine verfassungswidrige frisur!

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