Billiger Populismus kommt teuer

Die „freie“ Hansestadt Hamburg hat eins der strengsten Hundegesetze. Mit Erstaunen nimmt man dort nun zur Kenntnis, dass so viel „gefühlte Sicherheit“ (also das Beschlagnahmen und Wegsperren von Haustieren aufgrund ihrer Rasse) keineswegs kostenlos zu haben ist. Rund 318.000 € Steuergelder fließen jährlich an das Tierheim, in dem zurzeit 57 „Kampfhunde“ eingesperrt sind. Die Hälfte dieser Hunde hat übrigens den Wesenstest bestanden, trotzdem können sie nicht vermittelt werden, da sie absurderweise weiterhin aufgrund ihrer Abstammung als „gefährlich“ gelten und die Auflagen für eine Vermittlung deswegen sehr hoch sind.

Das sind 465 € pro Hund und Monat, und diese Summe übertrifft nicht nur den ALG2-Regelsatz sondern auch den Zuschuss zu einem durchschnittlichen Kindergartenplatz in der selben Stadt.

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4 Kommentare

Eingeordnet unter CDU/CSU, die grünen, Hunde, Realsatire

4 Antworten zu “Billiger Populismus kommt teuer

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  2. Ylanna

    Hunde geben so schöne Schlagzeilen und sind wie der böse Wolf, der weiße Hai und die Killerbiene zum festen Bestandteil in der „DavorHabIchAngstWeilManImmerSovielSchlimmesHört“-Litanei vieler Zeitgenossen geworden.
    Die wenigsten machen sich klar, dass die tödlichen Beißunfälle in unserem Land in den letzten 40 Jahren keine 100 Opfer gefordert haben, jedes Jahr jedoch mehr als 15 000 Menschen an der Einnahme „falscher“ Medikamente draufgehen.
    Außerdem kann man Hundehalter so schön schikanieren, wenn man sie schon von weitem anbrüllt: Lein‘ gefälligst deinen Köter an, ich hab‘ Angst vor den Scheißviechern.“
    Ist mir selbst mit meiner schwarzen MOPSHÜNDIN (28 cm) schon passiert, dass sie als Kampfhund betitelt und ich angeschrieen wurde von einem „armen angstzitternden Menschen in Todesnot“ wobei mein Hund weder in dessen Nähe gegangen ist, noch gebellt oder geknurrt hat.

  3. Der Horstl

    Als ehemaliger SoKa Halter gehe ich weitestgehend konform, denn die Verbote sind am Ziel vorbei. Allerdings ist in HH und auch anderswo die Klientel, die mit einem SoKa antanzen, ein Fall für sich. Das Problem beginnt und endet am anderen Ende der Leine. Und ein Hund dieses Kalibers gehört nunmal nicht in die Hände eines (teils mehrfach vorbestraften) Jungspacken, der sich dieses Tier als Schwanzverlängerung hält und der den Begriff „Verantwortung“ in den Dunstkreis von Quizshows vermutet. Auch im hiesigen Tierheim tauchen immer wieder solche Gestalten auf, die mit dem Satz „willischkrasseKampfhund“ vorstellig werden. Ahnung? Interesse am Hund an sich ? Fehlanzeige! Vom Geld für so unwichtige Dinge wie Impfungen, Ausbildung etc. ganz abgesehen.
    Auch hier büßt der Hund mal wieder die Dummheit des Menschen.
    Aber bei aller Liebe muss bei der Abgabe solcher Hunde aus dem TH zugesehen werden, daß er in die richtigen Hände kommt. Ein ausgewachsener SoKa ist nämlich ungefähr so gut vermittelbar wie ein nicht entschärfter Blindgänger- und die Interessenten sind fast immer die Gleichen 😦 . Was lernen wir (möglicherweise) daraus? Nicht jedes Verbot ist sinnlos und nicht jede Handhabe reine Schikane. Oder geht es doch ehr um Fundamentalopposition?

    • AllesVerboten.org

      Nicht Fundamentalopposition, aber für mich gilt der Grundsatz, dass sich Verbote und Regulierungen mit dem eigentlichen Problem befassen sollten und nicht mit Umständen, die angeblich zu dem Problem führen.
      Sie meinen, dass es einen Kausalzusammenhang zwischen unsympathischen Typen, die sich Kampfhunde halten, und Hundebissen gibt. Letztlich ist das doch nur ein Klischee und ein Feinbild, das bürgerliche Hundehalter gerne pflegen. Dabei wird ignoriert, dass sich Hundebisse und das dazu führende verantwortungslose Verhalten der Halter weder bestimmten sozialen Schichten oder Kreisen noch bestimmten Hunderassen zuordnen lässt. Der Riesenpudel der Oma nebenan ist potentiell genauso gefährlich wie der Bullterrier des Proleten aus dem Plattenbau.

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